Survival of the loudest!

Wir fliegen nun Delhi, die Hauptstadt Indiens, an. Eine sehr kurze Strecke mit einer Dauer von knapp zwei Stunden. Unsere erste Erkenntnis: Was für ein gigantischer Flughafen!

Indira Gandhi International Airport

Wir stapfen in Richtung Visumkontrolle. Diesmal haben wir vorgesorgt und ein eVisa auf der offiziellen indischen Website beantragt. Dementsprechend schnell verläuft auch die Kontrolle. Keine fünf Minuten später haben wir den Visumstempel im Reisepass! Dass es so schnell geht hätten wir nicht gedacht!

Voller Euphorie geht es in Richtung Gepäckband, um unsere Rucksäcke abzuholen. Ein weiterer Stopp am Geldautomat bevor wir zum Ausgang trudeln. Kaum haben wir den Ausgang des Flughafens verlassen werden wir von sicherlich mehr als 10 Leuten angesprochen, ob wir ein Tuk Tuk möchten.

Um kostengünstig in unserem ersten Hotel anzukommen entscheiden wir uns gegen eine Weiterreise mit dem Tuk Tuk, denn die Metro ist günstiger. Also geht es knapp 400 Meter durch den Taxistand zur Metro, um Tickets zu besorgen. Der Mann am Schalter versichert uns, dass wir nur 1 Station bis zu unserem Ziel fahren müssen. Wir kaufen uns also zwei Tickets in Richtung Dwarka (Etwa 50 Cent). Das ist ein Stadtteil von Delhi, in welchem unser Hotel liegt. Ein bisschen fühlen wir uns wie in dem Film „Die Tribute von Panem“, denn auch hier ist alles in Sektoren aufgeteilt. So gibt es hier von Dwarka Sektor 1 bis Dwarka Sektor 26 alles.

Weiter geht es in Richtung Gleis, jedoch werden wir von einer Kontrolle aufgehalten. Und nein es ist keine Ticketkontrolle sondern eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen! Also heißt es: Rucksäcke scannen und nochmals abtasten lassen. Später erfahren wir durch Zufall, dass es Konflikte zwischen Pakistan und Indien gibt und die Stadt deshalb Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Plätzen angeordnet hatte.

Wir fühlen uns nach dieser Aktion sehr sicher und suchen nach unserem Gleis. Davor noch den Chip, ein sogenannter „Einmaltoken“, abscannen und los gehts! Keine 15 Minuten später kommen wir auch schon an. Offenbar hat uns der Mann am Ticketschalter aber in den falschen Sektor geschickt, weshalb wir um das Tuk Tuk also doch nicht drum rum kommen. Wir handeln die Tuk Tuk Fahrt auf 90 Rupien runter und fahren los.

Es ist das erste Mal, dass wir uns in einem Tuk Tuk befinden und man muss sagen, dass es ein sehr komisches Gefühl ist. Es klappert überall als würde es gleich auseinanderfallen und auch auf der Straße ist man vor keinem mehr sicher. Verkehrsregeln gibt es in Indien eher weniger. Ab und zu gibt es eine Ampel an der Kreuzung oder einen sinnlosen Zebrastreifen. Ansonsten gilt hier: „Survival of the loudest“.

Am späten Nachmittag kommen wir nach einer kleinen Auseinandersetzung mit dem Tuk-Tuk-Fahrer an unserem Hotel an. Der Fahrer hatte Probeme das Hotel zu finden und wollte deshalb mehr Geld von uns, da er ja mehr Zeit in die Suche investiert hatte. Da wir noch kein Wechselgeld hatten drückten wir ihm 100 Rupien in die Hand, um die abgemachten 90 zu zahlen. Statt uns die 10 Rupien raus zu geben düst er einfach davon! Egal – denken wir und sind froh, endlich angekommen zu sein.

An einem Tag die schönsten Sehenswürdigkeiten von Delhi anschauen steht am nächsten Morgen auf dem Plan. Wir trudeln in Richtung Metrostation, die etwa 2km vom Hotel entfernt ist und kaufen uns eine Tourist Card für 200 Rupien. Mit dieser können wir den ganzen Tag das komplette Metronetz benutzen.

Bevor wir uns die Stadt anschauen gehen wir eine Kleinigkeit frühstücken. Wir schauen auf eine Offlinekarte, die wir zuvor heruntergeladen haben, wo es ein Cafe gibt. Währenddessen werden wir von einem jungen Mann angesprochen, der fragt, wonach wir suchen. Nach einem etwas längeren Gespräch möchte er uns ein Cafe zeigen, dass sehr gut sein soll.

Leider entpuppt es sich als Restaurant, in das wir nicht gehen wollen. Stattdessen suchen wir nun auf eigene Faust ein Cafe. Auf dem Weg zum Cafe werden wir 6 Mal von Einheimischen angesprochen. Hört sich ziemlich harmlos an, oder? Das war es aber nicht! Wir werden am Arm festgehalten, zu anderen Cafes und Restaurants gezerrt, man versperrt uns den Eingang zu dem von uns ausgesuchten Cafe und lässt einfach nicht locker. Schrecklich!!

Nach etwa 600 Metern fliehen wir ins Starbucks Cafe… Puh, geschafft! Unsere Zuflucht für die nächsten Minuten, bevor es weiter geht. Damit uns das nicht nochmal passiert tüfteln wir einen Plan aus. Nun lautet die Devise: Nicht stehen bleiben und anquatschen lassen, oder eben einfach ignorieren. Und man muss sagen, dass klappt sehr gut! Es ist zwar unhöflich, aber wir lassen uns nicht aufhalten und erreichen keine 10 Minuten später die Haltestelle.

Red Fort – UNESCO Weltkulturerbe

Zuerst steht die Festung Delhis auf dem Plan. Ein mächtiges Gebäude, welches wir nicht besichtigen, weil es verhältnismäßig viel zu teuer ist. In Indien gibt es einen Unterschied: Es gibt einmal Preise für die Einheimischen und einmal für die Ausländer. Bei vielen Sehenswürdigkeiten müssen wir meist einen 20-fachen Preis gegenüber dem Normalpreis zahlen. Zusätzlich wurden die Preise gegenüber des letzten Jahres um 250% erhöht. Da überlegen wir uns direkt 2 Mal ob wir das bezahlen möchten. Dennoch darf kein Bild fehlen, wir sind ja nicht umsonst hier 🙂

Als nächstes geht es zum India Gate. Ein riesiges Tor mitten im Zentrum der Stadt. Überwältigend! Leider können wir kaum Bilder machen, da wir alle 50 Meter angesprochen werden, um ein Selfie mit Einheimischen zu knipsen. Wir fühlen uns hier wie Stars! 😀 Und auch dieser öffentliche Platz wird vom Militär beschützt. Sogar das SWAT-Team steht mit ihren gigantischen Transportern bereit. Ein komisches Gefühl…

Der Lotustempel in Neu-Delhi

Zu guter Letzt besuchen wir den Lotustempel, welcher sich im Süden der Großstadt befindet. Ein wunderschöner Tempel, welcher die Form einer Lotusblüte hat. Schnell merken wir, dass heute wohl nicht unser Tag ist, denn der Tempel hat ausnahmsweise heute ab 15:00 Uhr geschlossen. Und wie es der Zufall nimmt, kommen wir genau 10 Minuten zu spät an! Sehr ärgerlich, aber wir lassen uns nicht abwimmeln und schießen trotzdem ein paar Fotos.

Nach unserer sehr aufregenden, selbst organisierten Tour durch Delhi geht es wieder zurück in Richtung Hotel. An diesem Tag sind wir sehr kostengünstig weggekommen, da wir mehr als 20km gelaufen sind. Delhi können wir nun abhaken und unser nächstes Reiseziel befindet sich weiter im Osten. Wohin es geht erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Viele Grüße,
Svea & Dustin

Wir sind Svea & Dustin und teilen unsere Erlebnisse & Eindrücke mit euch während unserer Weltreise.

1 Comment

  1. Tuktuk und Hey,

    vielen Dank für den Reiseberich über Dheli.
    Sende mir nochmals ein schönes Foto vom Lotustempel.

    Weiterhin spannende Erlebnisse wünscht Euch
    Christian

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