Vom Schwarzwald in den Himalaya

Warum Pokhara? Schon vor der Reise haben wir uns einiges vorgenommen, was wir in Nepal erleben möchten. Unser größtes Erlebnis soll in Pokhara starten und dort auch wieder enden. Wir wollen 10 Tage im Himalaya wandern, bis zu einer Höhe von 4130m aufsteigen und 2 Basislager besuchen.

Damit das möglich ist müssen aber noch einige Sachen vorbereitet werden. Wir nutzen also die zwei Tage nach unserer Ankunft in Pokhara, gehen Passbilder machen, besorgen unsere Trekking Permits und unsere TIMS Karten und kaufen einen Hut und eine Aluminiumflasche, um das Wasser auffüllen zu können (Der Verkauf von Plastikflaschen ist ab einer bestimmten Höhe verboten).

Außerdem packen wir unsere Rucksäcke, denn wir haben vor nur unseren Tagesrucksack mitzunehmen und den großen Rucksack im Hotel zu lassen. Wir müssen uns also auf ein Minimum an Klamotten beschränken, was ganz schön schwer fällt, denn wir haben keine Ahnung wie das Wetter werden soll und vor allem wie kalt es dort oben ist. Jeder von uns packt also zwei T-Shirts und einen Pulli, eine Softshelljacke und eine Regenjacke ein. Eine dünnere lange Hose sowie 3 paar Socken, 3 Unterhosen und jeweils einen dünnen Schlafsack. Waschmittel, Shampoo und unsere Verbandstasche verteilen wir dann noch auf die Rucksäcke. Wir haben alles Wichtige erledigt und die Rucksäcke sind gepackt, es kann also losgehen!
Am 09.10. um 7 Uhr startet unser Abenteuer!

Wir fahren mit dem Taxi ca. 2 Stunden nach Nayapul und folgen ab hier den Schildern Richtung Tikhedunga, ein kleines Dorf, welches unser Tagesziel sein soll. Vier Stunden wandern wir einen breiten Weg bergauf, auf dem uns immer wieder Jeeps überholen. Das haben wir uns idyllischer vorgestellt aber leider gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit sich mit dem Jeep bis nach Ulleri fahren zu lassen. So spart man sich 1 1/2 Tage wandern.

Die letzte halbe Stunde weichen wir dann von dem viel befahrenen Weg ab und erreichen gegen Nachmittag unsere erste Lodge in Tikhedunga. Die Übernachtung müssen wir nicht bezahlen, nur das Abendessen und das Frühstück.

Der schönste Sonnenaufgang am Poonhill auf 3210m

Am nächsten Tag geht es dann Stufe über Stufe über Stufe über Stufe hinauf. Wir sind uns sicher: So viele Stufen wie heute sind wir in unserem Leben noch nicht an einem Tag gelaufen. Sieben Stunden brauchen wir für den Aufstieg in das 2800m hoch gelegene Ghorepani. Endlich in der Lodge angekommen lassen wir den Abend mit den anderen Gästen und den Inhabern am Ofen ausklingen, bevor wir dann relativ früh ins Bett fallen.
Es ist der nächste Morgen und der Wecker klingelt bereits um Viertel nach Vier. Mit der Stirnlampe bewaffnet machen wir uns auf den Weg zum Poonhill, einem Aussichtspunkt auf 3200m. Wir wollen uns den Sonnenaufgang anschauen. Wieder etliche Stufen später kommen wir fix und fertig oben an. Das ist einfach nicht unsere Zeit. Aber es hat sich gelohnt! Der Sonnenaufgang ist wunderschön!!! Schnell sind die Strapazen vom Aufstieg vergessen und wir verlieren uns in der Schönheit dieses Naturspektakels! Es sieht aus als würden die Gipfel der Berge brennen. Diese kräftige Mischung aus Gelb und Orange ist atemberaubend!

Drei Stunden später machen wir uns wieder auf den Rückweg in die Lodge, frühstücken und wandern direkt weiter. Poonhill war quasi nur ein Abstecher. Heutiges Tagesziel: Thadapani. Acht Stunden brauchen wir bis dorthin. Endlich angekommen ist es schon fast dunkel, wir ziemlich geschafft von der langen Wanderung und Dustin hat gesundheitliche Probleme, weshalb wir beschließen einen Tag Pause zu machen.

Der Restday tut richtig gut und die sechs Stunden Wanderung am nächsten Tag vergehen wie im Flug. Wir sind in Chomrong in der familiär geführten „Fishtail Lodge“. Leckeres Essen, nette Leute und tolle Gespräche runden diesen Abend ab. Am nächsten Tag sind wir bereits um 11:30 Uhr an unserem Tagesziel angelangt, wir beschließen aber bis ins nächste Dorf „Dovan“ zu laufen, weil wir sonst keine Ahnung haben was wir den ganzen Tag machen sollen. In Dovan treffen wir auf eine Schweizerin und ihren Guide,  mit denen wir bis spät in den Abend Karten spielen. Die letzte Etappe vor den Basislagern ist kurz und so sind wir bereits um 10:30 Uhr in Deurali. Es ist kalt und die Lodge wird nicht beheizt. Weiter aufsteigen können wir aber nicht wegen der Höhenanpassung. Wir brauchen diese Nacht in Deurali um uns zu akklimatisieren.

Der Machapuchare (rechts): 6997m

Voller Vorfreude machen wir uns am nächsten Morgen, dem 16.10. um halb sechs auf den Weg zum Machapuchare Base Camp. Ein bisschen gruselig im dunkeln so ganz alleine auf dem Weg. Normalerweise macht man das Machapuchare und das Annpurna Base Camp an zwei Tagen, weshalb die anderen Wanderer auch alle noch schlafen. Wir wollen es aber beides heute machen und im Anschluss auch schon mit dem Abstieg beginnen. So der Plan. Ob das alles klappt, wissen wir nicht.

Im Hintergrund auf der linken Seite: Der Annapurna 8091m

Keine Stunde später erreichen wir pünktlich zum Sonnenaufgang das Machapuchare Base Camp (MBC)! Wir können es schon jetzt kaum glauben, dass wir es bis hier hin geschafft haben! Wir Frühstücken und machen uns wieder auf den Weg. Next stop: Annapurna Base Camp. Der Weg dorthin ist gefroren, wir haben nur noch 1 Grad und ziehen alle Klamotten übereinander. Rechts und links von uns sind riesige, schneebedeckte Gipfel zu sehen. Keine Bäume mehr, nur noch goldenes Gras, das in der Sonne glänzt. Es ist viel schöner als wir es uns vorgestellt haben. Das ABC ist schon bald zu sehen, trotzdem sind es noch gute zwei Stunden bis wir es endlich erreichen. Wir haben es geschafft!! Wir sind alleine, ohne Guide und ohne Porter in 8 Tagen, vorbei an 2 Basislagern, auf 4130m Höhe gestiegen. Nicht nur einmal waren wir kurz davor umzudrehen, sind aber trotzdem weiter gelaufen. Und es wird belohnt! Die Aussicht ist atemberaubend schön, die Berge unfassbar massiv und das Wetter wunderbar klar. Wir setzen uns in eine kleine Lodge und genießen das Mittagessen mit diesem wahnsinns Ausblick!

Moonlight Lodge: Banana Pancake und ein heißer Lemon Tea

Gegen 12 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Vorbei am MBC geht es zurück bis nach Bamboo. Am nächsten Morgen geht es weiter, erst nach Sinuwa und anschließend nach Chomrong, wo wir noch einmal die „Fishtail Lodge“ besuchen um dort zu Mittag zu essen. Anschließend geht es durch den Dschungel hinunter bis nach Landruk. Kurz vor Landruk ist der Weg durch einen Erdrutsch verschüttet. Wir müssen über den Abhang klettern und einem kleinen Pfad folgen, der uns schließlich wieder auf den normalen Weg bringt. Angekommen in Landruk kehren wir in die Moonlight Lodge ein. Eine kleine Lodge, welche von einem älteren Ehepaar geführt wird (übrigens absolut empfehlenswert!). Der ältere Mann bucht uns einen Platz im Jeep (günstiger als das Taxi) für den nächsten Tag, welcher uns zurück nach Pokhara bringt. Über Flüsse und vorbei an nicht nur einem extrem steilen Abhang geht es dann am nächsten Tag (18.10.) wieder zurück nach Pokhara ins Hotel Diplomat.

Wir können nur jedem empfehlen, der einmal nach Nepal kommt, eine Wanderung im Himalaya Gebirge zu machen! Es sind so viele verschiedene Landschaften, so viele nette Bewohner und ganz viele unterschiedliche Eindrücke.

Bis bald,
Svea & Dustin

Wir sind Svea & Dustin und teilen unsere Erlebnisse & Eindrücke mit euch während unserer Weltreise.

1 Comment

  1. Wow jestem pod wielkim wrazeniem waszej wycieczki w te piekne gory.
    Jestem z was Dumna
    Kocham 😍

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